Schlagwort-Archiv: Arbeitsmarkt

Ältere Mitarbeitende – eine Win-Win-Situation

Die Max Lehner & Co. AG, ein typisches, patronal geführtes Familienunternehmen in der Maschinenindustrie, beschäftigt zur Hälfte Personen über 45 Jahren und kann sogar auf eine Reihe pensionierter Mitarbeitender zählen. Für die Inhaber nichts Aussergewöhnliches: Sie machen damit sehr gute Erfahrungen und sind von der Win-Win-Situation überzeugt.

Der inzwischen pensionierte Schreiner liefert die Holzverpackungen für den Versand von Produkten, ein anderer ehemaliger Mitarbeiter kümmert sich um die Liegenschaft mitsamt Garten, und wenn ein Sondereinsatz ansteht, helfen verschiedene Pensionäre aus: Die Max Lehner & Co. AG benötigt keine besonderen Konzepte und Massnahmen für ältere Mitarbeitende; diese bleiben oft ganz selbstverständlich bis zur Pensionierung im Unternehmen – oder eben auch darüber hinaus. «Wir haben sogar Mühe, dass die Mitarbeiter ihre Ferien beziehen», sagt Veith Lehner, einer der zwei Brüder, die das KMU im aargauischen Gränichen gemeinsam leiten. Das Erfolgsrezept des Herstellers von Turbinenteilen: individuelle und gezielte Förderung, Weiterbildung und polyvalenter Einsatz der Mitarbeitenden. «Jeder kann an den Maschinen alles machen», erklärt Lehner.

Trotz – oder erst recht wegen – der tiefen Fluktuation ist der Betrieb mit 40 Angestellten mit der Frage konfrontiert, wie das Wissen aktuell gehalten werden kann. Deshalb werden die Kenntnisse auf möglichst viele Schultern verteilt – selbst die beiden Geschäftsführer eignen sich neues Wissen laufend an. Lehner, zugleich Verwaltungsrats-Präsident und CFO des Unternehmens, ortet die Schwierigkeit indes nicht allein im Austritt von erfahrenen Mitarbeitenden, sondern auch in deren manchmal geringen Bereitschaft zur Weiterbildung: «Ältere Mitarbeiter sind dann nicht mehr gleich ajour wie jüngere.» Er kann insofern personellen Wechseln durchaus auch Positives abgewinnen.

Eine andere potenzielle Hürde zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmender identifiziert Veith Lehner in den höheren Kosten durch steigende Pensionskassenbeiträge und Ferien- bzw. Lohnansprüche. Hinzu komme ein Nachteil gegenüber jüngeren Personen, weil letztere über die modernere und in diesem Sinn bessere Ausbildung für die Produktion und Steuerung der Maschinen verfügten. Lehner gibt deshalb zu bedenken, dass die Politik den Arbeitgebern nicht immer noch mehr Kosten aufbürden und damit deren Konkurrenzfähigkeit gefährden könne – und gleichzeitig erwarten, dass sie mehr ältere Mitarbeitende beschäftigen. Selber mache er damit aber sehr gute Erfahrungen. Das zeigen nicht zuletzt die Beispiele der aktiven Rentner bei Max Lehner & Co.

Dynamik auf dem Schweizer Arbeitsmarkt schwächt sich ab

Die Dynamik auf dem Schweizer Arbeitsmarkt dürfte sich in den nächsten Monaten leicht abschwächen. Grund zur Sorge besteht aber nach Angaben der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich noch nicht.

Unternehmen wollen im nächsten Quartal eher Stellen reduzieren. (Bild: 123RF)Zürich (sda). Der vierteljährlich von der KOF berechnete Beschäftigungsindikator liegt für das vierte Quartal bei minus 2,0 Punkten, wie am Montag mitgeteilt wurde. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres lag er jeweils im Plus, am deutlichsten noch im zweiten Quartal 2014 mit 3,2 Punkten.

Für die kommenden drei Monate rechnet von den befragten Unternehmen eine leicht grössere Zahl damit, dass sie Stellen reduzieren werden. Und auch den gegenwärtigen Bestand an Beschäftigten schätzt eine überwiegende Zahl der Unternehmen als leicht zu hoch ein.

Da Unternehmen in der Regel immer zurückhaltend sind, wenn sie ihren aktuellen und künftigen Beschäftigungsbestand beurteilen, bedeutet laut KOF ein negativer Wert noch nicht zwingend einen Rückgang der Beschäftigung.

Die Aussichten haben sich allerdings in fast allen Branchen gegenüber dem Vorquartal etwas eingetrübt. Im negativen Bereich befinden sich das verarbeitende Gewerbe, die Banken und das Gastgewerbe. Etwas deutlicher zurückgegangen ist der Beschäftigungsindikator im Handel.

Bei Versicherungen, Unternehmensberatern, freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleister sowie im Wohnungswesen dürften hingegen gemäss der Umfrage weiterhin Stellen geschaffen werden.