Fachkräftemangel – ein Wort macht Karriere

 

Der Begriff «Fachkräftemangel» ist in aller Munde. Eine Studie hat den Begriff an konkreten Kriterien festgemacht und Berufsfelder untersucht, in denen Indikatoren für Fachkräftemangel vorkommen.

Ingenieure sind gesucht – es herrscht Fachkräftemangel in dieser Berufsgruppe. (Symbolbild: ABB)Bern (sda). Hinweise auf Fachkräftemangel innerhalb eines Berufs gibt es, wenn sich rechnerisch nicht alle Stellen durch entsprechend ausgebildete Personen besetzen lassen, wenn die Zuwanderung und die Quote der offenen Stellen und die Arbeitslosenquote unterdurchschnittlich sind.

Liegen zwei der vier Hinweise vor (bei einem positiven Beschäftigungswachstum in den letzten 10 Jahren), dann sprechen die Wissenschafter von Verdacht auf Fachkräftemangel im entsprechenden Beruf.

Und dieser ist weit verbreitet. Wolfram Kägi, Projektleiter der Studie «Fachkräftemangel in der Schweiz – ein Indikatorensystem zur Beurteilung der Fachkräftenachfrage in verschiedenen Berufsfeldern», sagt: «In der Summe arbeiten mehr als ein Drittel aller Beschäftigten in der Schweiz in Berufsarten mit einem Verdacht auf Fachkräftemangel». Das sind 1,4 Millionen Personen.

«Es können aber Berufsgruppen ausgemacht werden, in denen der Fachkräftemangel ausgeprägter ist als in anderen», sagt er. Die grösste Gruppe von Erwerbstätigen in Mangelberufen gibt es demnach in Managementberufen. Generell stark betroffen sind Berufsfelder, die höher qualifizierte Arbeitskräfte nachfragen – etwa Ingenieure oder Informatiker. Für Kägi sind die Ergebnisse keine Überraschung.

Die im vergangenen April publizierte Studie wurde im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) von der B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung verfasst. Sie bildet laut SECO einen Beitrag zur Fachkräfteinitiative (FKI), mit welcher Bund, Kantone und Sozialpartner den Fachkräftemangel in der Schweiz lindern wollen.