Kategorie-Archiv: Presse

Wohin steuert die Personaldienstleistung?

Seit den letzten beiden Jahrzehnten boomt die Temporär- Branche. Mit dem Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih hat sie neue Ufer betreten. Die Zukunft hält weitere Umwälzungen für die Personaldienstleitung bereit. swissstaffing ist gerüstet, um der Branche tatkräftig zur Seite zu stehen.

Die Personaldienstleistung ist eine ehrenvolle Aufgabe. Sie besteht darin, Arbeit und Erfüllung suchende Menschen mit Unternehmen zusammenzuführen. Die bei Swiss- Staffing organisierten Personaldienstleister tun dies auf rein privatwirtschaftlicher Ebene. Mit jeder Vermittlung schaffen sie einen Mehrwert für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, der sich in einer Marge für den Personaldienstleister nieder- schlägt. Mit dieser Einnahme erarbeitet sich der Personal- Dienstleister die personelle und infrastrukturelle Voraussetzung, um weitere Menschen und Firmen     gewinnbringend zusammenzuführen.  Ein  positiver Kreislauf!

Personaldienstleistung eintreten. Nicht aber, wenn der Personaldienstleister den Fokus auf seine beratende Tätigkeit legt. Die Stellenbesetzung mit dem passenden Kandidaten ist fürs Weiterkommen der Firma matchentscheidend. Zwischen- menschliche Aspekte spielen dabei eine zentrale Rolle. Und für die Kandidaten ist die Arbeit ein Grundbedürfnis. Deshalb kann der Personalberater eine wichtige Funktion als Ansprechperson wahrnehmen, ähnlich wie ein Arzt, Psychologe oder Anwalt. Oder können Sie sich eine Welt vorstellen, in der Patienten und Klienten ihre gesundheitlichen und  rechtlichen

«Das Selbstbild des Personalberaters muss sich wandeln hin zu einem Personal Job Trainer»

Myra Fischer

Das Anforderungsprofil eines Personaldienstleisters ist breit. Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl sind gefragt. Denn die Personaldienstleistung ist ein Geschäft mit und für Menschen. Da die Personaldienstleister privatwirtschaftlich organisiert sind, brauchen sie gleichzeitig eine rationale, konsequent rechnerische Ader. Ein Gleichgewicht zwischen diesen Polen zu finden, ist eine Meisterleistung! Doch damit nicht genug. Erfolgreich Stellen- suchende und Unternehmen zusammenzuführen bedarf einer genauen Beobachtung und Kenntnis des Arbeitsmarktes, eines stetig zu pflegenden Firmen- und Kandidatennetzwerks und eines vertrauensvollen Umgangs.

Schliesslich sind profunde Fachkenntnisse im Bereich des Arbeitsrechts, der Sozialversicherungen und nicht zuletzt der Informatik gefragt, um die im breiten Stil angebotenen Rekrutierungs- und Personaladministrationsaufgaben überhaupt abwickeln zu können. Die Temporärbranche, welche für zwei Prozent der Beschäftigung steht, schliesst jährlich fast genauso viele Arbeitsverträge ab wie der ganze Rest der Wirtschaft! Diese Menge ist nur mit einer hochprofessionellen Prozessorganisation zu bewältigen.

Der Personaldienstleister der Zukunft: Ein Personal Job Trainer

Dieser Anforderungsmix wird in Zukunft noch notwendiger sein. Das menschliche Element in der Vermittlerrolle der Per- sonaldienstleister wird künftig noch stärker gefragt sein. Den rein administrativen Teil der Vermittlung können nämlich die Informationstechnologie und die Sozialen Medien immer bes- ser übernehmen. Es ist gut möglich, dass es dafür in Zukunft keine Firmen mehr benötigt. Dieser Trend konnte in verschie- denen Branchen beobachtet werden, zum Beispiel in der Rei- sebranche. Reisebüros wurden fast komplett von Internet- plattformen abgelöst. Die Reisenden informieren sich, wählen und buchen heute selbständig und erhalten dabei Ratschläge von anderen Touristen. Dieses Szenario kann auch in der

Probleme einzig und allein übers Internet lösen, ohne mit einem Menschen darüber zu sprechen? Das Selbstbild des Per- sonalberaters muss sich aber wandeln – hin zu einem Personal Job Trainer.

Auf fachlicher Ebene müssen die Personaldienstleister alles geben, um auf der Höhe der Technik zu bleiben. Wer sich nicht ausführlich mit den Möglichkeiten der neuen Medien auseinandersetzt, wird untergehen. Alles Admini- strative muss per Mausklick erledigt sein. Wer Zeit verliert mit Bürokratie, generiert Kosten, welche seine technologiege- wandten Mitbewerber nicht haben. Auch die menschliche Interaktion über das Web X.0 will einstudiert und geübt sein. Die Kunden der Zukunft werden auf anderen Kanälen ange- sprochen, umworben und beraten.

 Unterstützung und Ansporn zugleich

Die Personaldienstleister-Branche und ihr Verband swiss- staffing sind Abbilder voneinander. Wenn sich die Branche entwickelt – sie hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten verfünffacht!,-  muss der Verband nachziehen. Zuweilen läuft die Dynamik aber auch andersherum. Als ausgelagerte Stabs- abteilung der Personaldienstleister übernimmt swissstaffing gewissermassen die Aufgabe, sich einen Überblick zu verschaf- fen, in die Zukunft zu blicken, sich über Trends und Umbrüche Gedanken zu machen, den Kontakt zu Schlüsselpersonen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zu pflegen, Informationen zu sammeln und Ideen zu spinnen. Mit den gewonnen Ein- sichten spornt swissstaffing seine Mitglieder und die Branche an. Dank des gewachsenen, heute 20-köpfigen Teams ist swissstaffing in der Lage, eine breite Dienstleistungspalette für die Mitglieder anzubieten und flexibel auf Veränderungen im Marktumfeld zu reagieren. Sein Servicepaket wird der Bran- chenverband weiter professionalisieren und mit einem wach- samen Auge an die Erfordernisse der Zukunft anpassen.    ■

Myra Fischer-Rosinger

 

Zahl der allgemeinverbindlich erklärten GAVs steigt

Der Bundesrat hat zwischen dem 1. Juli 2013 und dem 1. Juli 2014 insgesamt 38 Gesamtarbeitsverträge (GAV) auf Bundesebene allgemeinverbindlich erklärt. Auf kantonaler Ebene wurden in derselben Zeit 25 GAV allgemeinverbindlich erklärt.

Zu den bedeutendsten Gesamtarbeitsverträgen gehört der L-GAV für das Gastgewerbe. (Bild: Keystone)Bern (sda). 13 Verfahren – davon zwölf auf Bundesebene – betrafen neu ausgehandelte Gesamtarbeitsverträge; bei 50 ging es um Verlängerungs-, Wiederinkraftsetzungs- oder Änderungsbeschlüsse, wie der Publikation «Die Volkswirtschaft» des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zu entnehmen ist.

Damit waren am 1. Juli 2014 auf Bundesebene 41 und auf kantonaler Ebene 33 allgemeinverbindlich erklärte GAV in Kraft. Diesen sind insgesamt 67’115 Arbeitgeber und 590’459 Arbeitnehmende (Bund) beziehungsweise 5578 Arbeitgeber und 32’868 Arbeitnehmende (Kanton) unterstellt.

Gemäss «Volkswirtschaft» sind die bedeutendsten allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge der L-GAV für das Gastgewerbe, der Landesmantelvertrag (LMV) und der GAV FAR im Bauhauptgewerbe. Sie allein betreffen rund 34’260 Arbeitgeber und 291’070 Arbeitnehmende.

Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Gesamtarbeitsverträgen ist eine Forderung von Gewerkschaften und linken Parteien als flankierende Massnahme für die Personenfreizügigkeit. Ein einfacheres Verfahren dafür lehnen bürgerliche Parteien und Wirtschaftsverbände jedoch ab.